Die Schülerschaft des Hochbaus und der Betriebswirtschaft aus dem ersten Ausbildungsjahr wechselte aus ihrem Klassenraum der Fachschule Gotha, in den historischen Raum des Schulmuseums Leipzig und tauschten ihre Fachlehrerinnen Frau Nette und Frau Merkert gegen Frau Müller ein.

Als Schüler der Klasse 3b erlebten wir eine Heimatkunde Stunde aus dem Jahr 1985. Ein Rollenspiel mit Halstuch binden, Pioniermarsch singen mit Trommelklang, Proben der Fahnenübergabe für den Besuch bei der Patenbrigade, Lernen der Gebote der Jungpioniere, Altpapierspenden, Verbot von Westkleidung, Ausgrenzung aufgrund von Nichtmitgliedschaft in der Pionierorganisation. Der Staat über Allem, unter Führung der SED mit gemeinsamer Reflexion über den Verlauf, die Ausgrenzung, die Gleichschaltung, die Manipulation von Kindern. Aber auch eine Pro Debatte über die Vorzüge eines einheitlichen Schulsystems, Disziplin, Respekt und Gemeinschaft.

Der sich anschließende Besuch in der ehemaligen Bezirksverwaltung des MfS, das heutige Museum „Runde Ecke“ mit der Ausstellung „Stasi-Macht und Banalität“ klärte über die Struktur und Arbeitsweise des MfS auf und befeuerte den schulischen Diskurs über Diktaturen.

In Zeiten wie diesen, ist der Fokus auf demokratische Denk- und Handlungsweisen sowie die Stärkung des antitotalitären Konsens unerlässlich!

(Andrea Nette, Fachlehrerin Sozialkunde)

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